Renate Hausner/Winfried Schwab OSB (Hrsg)

Den Tod tanzen?
Tagungsband des Totentanzkongresses Stift Admont 2001.

(=Im Kontext. Beiträge zu Religion, Philosophie und Kultur 19. Herausgegeben v. Peter Tschuggnall.)
2002. 324 Seiten mit Abbildungen, kartoniert, ISBN 3-85145-077-9, EURO 30,-
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Der Band enthält die Beiträge des 1. österreichischen Totentanzkongresses, veranstaltet vom Benediktinerstift Admont und dem Germanistischen Institut der Universität Salzburg vom 6. - 9. September 2001, ergänzt um einige thematisch einschlägige Arbeiten von nicht referierenden TeilnehmerInnen und weiteren InteressentInnen. Gemäß der interdisziplinären Ausrichtung dieses Symposions finden sich in diesem Band Aufsätze aus den Gebieten Theologie, Literaturwissen-schaft, Kunstwissenschaft, Musikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Medizin(geschichte), Brauchtumspflege und Liturgie. Der Band ist reich bebildert und präsentiert auch eine Auswahl aus dem künstlerischen OEuvre des bedeutendsten österreichischen Totentanz - Künstlers Prof. Herwig Zens.

Die Herausgeber:

Hausner Renate, Dr. a.o. Univ. Prof.: Mitglied des Instituts für Germanistik an der Universität Salzburg. Habilitation: Ältere deutsche Sprache und Literatur. Arbeitsschwerpunkte: Mittelalterliche Lyrik, spätmittelalterliche didaktische Literatur, Rhetorik und Stilistik, Verbindung von Literatur und Musik. Forschungsprojekt: Die Rezeption der spätmittelalterlichen Totentanz - Konzeption im Drama des 20. Jahrhunderts.

Fr. Winfried Schwab OSB: Mitglied des Benediktinerstifts Admont, Studium der Geschichte, Philosophie und Theologie. Mitglied im Kulturausschuss des Stiftes Admont. Ausschussmitglied der deutschen Sektion der europäischen Totentanz - Gesellschaft.

Vorwort

Der Totentanz ist eine kulturelle Erscheinung des ausgehenden Spätmittelalters, die in Bild und Text dem Menschen dessen unausweichliche Sterblichkeit vor Augen führt. Angeführt vom personifizierten Tod tanzen Mann und Frau, Kaiser und Bettler, Reich und Arm, Alt und Jung dem Gericht Gottes entgegen. Diese vor allem unter dem Eindruck der großen Pestepidemien entstandenen, mit Texten versehenen Bilderzyklen auf Friedhofsmauern, in Kirchen, auf Brücken und in frühen Drucken prägten bald das Bewusstsein breiter Bevölkerungs-schichten. Der Gedanke des den Menschen bedrohenden jähen Todes fand dann insbesondere in der frühen Neuzeit, im Barock und im 20. Jahrhundert eine bemerkenswert reichhaltige Gestaltung in allen künstlerischen Genres: Malerei, Skulptur, Literatur, Musik bis hin zum Film, Musical und Video - Clip. Eine eigene Gesellschaft, die in zahlreichen Ländern der EU etablierte Internationale Totentanzvereinigung, bemüht sich bereits seit zwei Jahrzehnten um Sammlung, Pflege und wissenschaftliche Aufarbeitung dieses nahezu in ganz Europa auftretenden Phänomens. So entstand auch in Österreich der Gedanke, einen Kongress mit dem Ziel zu veranstalten, den speziell in den letzten Jahren fast zu einer lexikalisierten Metapher für kollektives und individuelles Sterben 'avancierten' Begriff 'Totentanz' aus der Sicht verschiedenster einschlägiger Wissenschaften und Künste kritisch zu reflektieren, psychologische, kultur- und mentalitätsgeschichtliche Hintergründe dieser faszinierenden Bildidee zu beleuchten, bislang noch nicht (zureichend) wissenschaftlich aufgearbeitete Totentanz - Phänomene zu beschreiben sowie ältere und jüngere Totentänze unterschiedlichster Gattungen künstlerisch zu präsentieren. In Kooperation der Kulturabteilung des Stiftes Admont und des Germanistischen Instituts der Universität Salzburg unter der Leitung von Fr. Winfried Schwab OSB und Univ. Prof. Dr. Renate Hausner fand dann auch vom 6. bis 9. September 2001 in den Räumlichkeiten des Stiftes Admont sowie des Bildungshauses Frauenberg ein internationaler Kongress zum Thema 'Den Tod tanzen?' statt. Eingeladen waren ForscherInnen aus den Gebieten der Theologie, Literaturwissenschaft, Kunstwissenschaft, Musikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Medizin(geschichte), Volkskunde und Ethnologie sowie KünstlerInnen aus den Bereichen der Bildenden Kunst, der Musik und des Theaters. Dementsprechend enthielt das Programm des Kongresses nicht nur wissenschaftliche Vorträge, sondern auch ein Konzert in der Wallfahrtskirche Frauenberg (Todes- und Totenmusik aus dem Mittelalter mit der Virgilschola unter der Leitung von Dr. Stefan Engels), eine Aufführung des Totentanzspiels von Alois Johannes Lippl in der Stiftskirche Admont (unter der Leitung von Franz Froschauer), eine Diapräsentation des bisherigen Totentanz - Werkes von Prof. Herwig Zens sowie eine Besichtigung der Fresken des bedeutendsten österreichischen Totentanzes in Metnitz (Kärnten) mit anschließendem Besuch des nur in diesem Ort zu sehenden Volksschauspiels 'Metnitzer Totentanz' . Der Aufbau des vorliegenden Bandes orientiert sich an den beteiligten Wissenschaftszweigen dieses bewusst interdisziplinär konzipierten Symposions, stellt also die Beiträge aus den einzelnen Fachdisziplinen zusammen und präsentiert als dokumentierbare Zeugnisse der künstlerischen Darbietungen Beispiele aus dem künstlerischen Oeuvre von Prof. Zens sowie Fotografien der Froschauerschen Lippl-Inszenierung. Entsprechend der unterschiedlichen wissenschaftlichen Provenienz der Beiträger unterscheiden sich die in diesem Band zusammengefassten Aufsätze hinsichtlich ihrer formalen Aufbereitung, insbesondere ihrer Zitierweise. Diese wurde von den Herausgebern nicht vereinheitlicht. Nicht in diesen Band aufgenommen wurde der Vortrag des Ethnologen Dr. Gerald Unterberger, der anhand eines Vergleichs von Bildern aus dem Gebiet der makaberen Kunst interkulturelle Beziehungen zwischen Europa und Amerika in der praecolumbianischen Zeit postulierte. Diese seine Thesen wurden bereits andernorts abgedruckt und können dort eingesehen werden. Aufgenommen wurden hingegen noch einige thematisch einschlägige Beiträge von WissenschaftlerInnen und HobbyforscherInnen, die ihr Interesse an diesem Kongress ausdrücklich bekundeten (Ellersdorfer, Witek, Dinzelbacher, Danzinger sowie Engelmann und Meyer).

Die Herausgeber haben mehreren Institutionen herzlich zu danken. Vor allem gilt der Dank dem Hochwürdigsten Herrn Abt Bruno Hubl OSB (Admont), der die Pforten seines Klosters in benediktischer Gastfreundschaft für das Symposion öffnete und dem Kulturauftrag des Ordens in beispielhafter Weise nachkam. Dieses sein Engagement zur Unterstützung geistiger und geistlicher Impulse dokumentiert sich auch in der Bereitschaft, die Herausgabe dieses Buches finanziell großzügig zu unterstützen. Dank gebührt auch der Stiftungs- und Förderungsgesellschaft der Paris-Lodron-Universität Salzburg für einen Druckkostenzuschuss. Bedankt sei schließlich auch Frau Ursula Müller-Speiser für die Aufnahme des Bandes in ihre Reihe IM KONTEXT.


Renate Hausner/Winfried Schwab OSB (Hrsg)
Den Tod tanzen?
Tagungsband des Totentanzkongresses Stift Admont 2001.

(=Im Kontext. Beiträge zu Religion, Philosophie und Kultur 19. Herausgegeben v. Peter Tschuggnall.)
2002. 324 Seiten mit Abbildungen, kartoniert, ISBN 3-85145-077-9, EURO 30,- bestellen

Ursula Mueller-Speiser
Wissenschaftlicher Verlag
Mitterweg 6
A - 5081 Anif/Salzburg
Tel./Fax: 0043-(0)6246-73166
E-Mail: verlag@mueller-speiser.at
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